30 Dezember, 2008

Der sanfte Kompromiss

Yoga gegen Stress, Akupunktur gegen Rückenschmerzen, Pfefferminzöl gegen Bauchkrämpfe: Patienten mögen sie, die "weichen" Therapien. Laut einer Erhebung der Berliner Charité schwören über 150 Millionen Patienten in Europa auf komplementäre und alternative Richtungen in der Medizin (CAM).
- Der Unternehmensberatung McKinsey zufolge zahlt jeder Deutsche im Schnitt 60 Euro pro Jahr für frei verkäufliche Medikamente, in den USA sind es 100 Euro. Ein "gewaltiges Wertschöpfungspotenzial" stecke in der Naturheilkunde.


Der Missmut gegenüber der konventionellen Medizin ist nicht nur in der Ratgeberschwemme abzulesen: In einer Allensbach-Umfrage warfen 56 Prozent der Patienten den Ärzten vor, "zu wenig Zeit für den einzelnen Patienten" zu haben. 40 Prozent wünschten sich "mehr ganzheitlich gesehen und behandelt zu werden", und 44 Prozent fanden, dass die Seele bei der ganzen Sache zu kurz" komme. "Die Spritze bei Rückenschmerzen wird von den Kassen ersetzt, ein halbstündiges Gespräch nicht. Dabei wirkt es meist genauso gut", sagt Professor Gustav Dobos.
Schulmediziner konnten sich mit derlei "Hokuspokus" jedoch lange nicht anfreunden. Die wissenschaftliche Studienlage bei den Alternativverfahren ist in der Tat dünn. Das liegt zum einen daran, dass Naturarzneien sich nicht patentieren lassen und folglich Pharmafirmen keine Lust verspüren, Zeit und Geld in teure Studien zu stecken.
Andererseits greifen die streng naturwissenschaftlichen Methoden meist nicht, um den ganzheitlichen CAM-Wirkmechanismus zu erklären. So kommt es dann zu widersprüchlichen Ergebnissen, die jede Seite für sich ausschlachtet, wie jüngst das Beispiel Ginkgo zeigte.
Das Beispiel Ginkgo
Einer US-Studie zufolge, die das Fachblatt "Jama" veröffentlichte, ist Ginkgo bei über 75-Jährigen als Schutz vor Alzheimer nutzlos. Sechs Jahre lang hatten Senioren ein Präparat geschluckt und nachher nicht besser in puncto Gedächtnis abgeschnitten als eine Vergleichsgruppe, die nur Placebo-Pillen konsumierte. Nur habe, so kontert der Hersteller des Präparats Tebonin, die Schwabe GmbH in Karlsruhe, den "Kenner" das Ergebnis "nicht überrascht", weil der Entstehungsprozess des Leidens sich über Jahrzehnte entwickle und in solch hohem Alter kurz vor dem Ausbruch der Demenz sowieso nicht mehr gestoppt werden könne.
Wenige Tage nach der "Jama"-Veröffentlichung bescheinigte dann das eher kritisch eingestellte Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen Ginkgo eine "uneinheitliche Studienlage". Das Institut hebt vor allem zwei ukrainische Studien hervor, nach denen Alzheimer-Patienten von einer täglichen Einnahme von 120 Milligramm Ginkgo biloba eben doch profitieren: "Ihnen fallen alltägliche Verrichtungen leichter. Zudem scheinen Angehörige weniger emotionalen Stress aushalten zu müssen." Die Forscher weisen allerdings darauf hin, dass es sich um Hinweise, keine Belege handele.
"Uns fehlt es einerseits an längerfristigen Studien, aber auch an Studien, die schulmedizinische mit alternativen Verfahren vergleichen", gibt Professor Heinz-Harald Abholz, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Chefarzt an der Universität Düsseldorf, zu bedenken. In den USA vergibt das National Center for Complementary and Alternative Medicine jährlich 140 Millionen Dollar für naturheilkundliche Forschung. Hierzulande fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) nur ein einziges Naturheilkundeprojekt.
Professor Stefan Willich, der als Internist die Ambulanz für Prävention und Integrative Medizin an der Charité leitet, findet es aber "sehr ermutigend, dass es nun immerhin zu dieser ersten öffentlichen Förderung gekommen ist". Die DFG finanziert an seiner Klinik eine Studie, die sich mit der Wirkweise von Akupunktur bei Heuschnupfen befasst. Ergebnisse verspricht Willich für den kommenden Sommer. "Integrative Medizin" heißt die Formel, die Schulmediziner und Naturheilkundler zu versöhnen scheint. "Wir wissen, dass die Schulmedizin nicht immer hilft", gesteht Abholz. "Ich habe selbst die Grenzen der Schulmedizin gesehen", sagt Willich. Dobos bezeichnet die große Unbekannte als den "Faktor X", das Lebendige. Werde "Raubbau an den eigenen Ressourcen" betrieben, dann werde der Faktor X blockiert oder zerstört.
Genau darauf wirken die alternativen Verfahren ein - und manchmal lassen sie sich sogar handfest wissenschaftlich nachweisen. So regeneriert Yoga offenbar die Nervenzellen im Gehirn und erhöht damit die kognitive Belastbarkeit. Die deutsche Psychologin Britta Hölzel und ihre Kollegin Sara Lazar untersuchten am Massachusetts General Hospital in Boston 26 Frauen und Männer, die extrem gestresst waren und zuvor nie meditiert hatten, sich dann aber einer Stressreduktion mittels Yoga unterzogen. Acht Wochen später ging es den Probanden erheblich besser, und mittels Kernspin stellten die Forscherinnen fest: Die Dichte der grauen Substanz war in einigen Arealen des Hirns deutlich erhöht.
"Ein gestresster Mensch kann sein Gehirn durch Meditation regelrecht umtrainieren", sagt Britta Hölzel. Solche Ergebnisse sind Gold wert für die Integrierte Medizin, denn "sie bringen Komplementärmedizin in Einklang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen", sagt Willich. An hiesigen Universitäten sei das leider noch tabuisiert.
Eins müsse man aber auch bedenken, hakt Abholz ein. Bei vielen Klinikpatienten, die auf alternative Heilverfahren positiv reagieren, sei der Wunsch Vater des Gedankens. Dahinter stecke eine einfache psychologische Erklärung. Fraglich sei, wie lange dieser Zustand anhalte. Eine langfristige Wirkung von naturheilkundlichen Methoden sei zumindest für die Schmerzambulanzen nicht belegt. Insofern kämen CAM-Methoden auch am ehesten für Patientengruppen infrage, die unbedingt etwas für sich selbst tun wollen, meint Abholz.
Das scheinen in der Regel Frauen zu sein: Zwei Drittel der Klinikklientel in Duisburg-Essen und Berlin sind weiblich. "CAM-Verfahren brauchen mehr Zeit, und die nehmen sich die Männer seltener." Das sei allerdings kurzfristig gedacht, mahnt Willich, denn langfristig schlage der Körper zurück, wenn er immer nur schnell, etwa bei Erkältung mit einem Antibiotikum, hochgepuscht werde. "Das könnte auch ein Grund dafür sein", sagt Dobos, "dass Männer sechs Jahre kürzer leben als Frauen."



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